Mit dem Taxi sicher durch Medellín

Mit dem Taxi sicher durch Medellín

Taxifahren ist natürlich auch in Medellín keine Wissenschaft. Aber wie heißt es so schön? Andere Länder, andere Sitten. Und da das Taxi unter den Touristen wohl am häufigsten genutzt wird, habe ich trotzdem mal einen kleinen Artikel zusammengestellt.

Zur Sicherheit in Medellin hatte ich ja hier schon kurz etwas geschrieben. Tagsüber ist es weitgehend sicher, sich ein Taxi von der Straße heranzuwinken. Nachts bzw. nach Einbruch der Dunkelheit sollte man es aber möglichst vermeiden, ein Taxi von der Straße zu nehmen und sich stattdessen von Hotels, Restaurants oder in den Malls eines rufen lassen. In vielen Malls gibt es am Ein-/ausgang oft auch extra Wartezonen und Mitarbeiter, die die Taxen zuteilen.

Sichere Wege, ein Taxi zu rufen

Auch wenn man nicht dort wohnt (!), kann man sich in den meisten Apartmenthäusern mit 24-Stunden-Sicherheitsdienst ein Taxi rufen lassen. In den Apartmenthäusern findet man dann meistens auch eine nette kleine Warteecke in der Lobby mit Sofas und Tischen. Das  stammt noch aus früheren Zeiten, als es sogar zu gefährlich war, vor dem Haus auf das Taxi zu warten.

In der Regel wird einem vom Sicherheitsmann dann die entsprechende Nummer des Taxis mitgeteilt, damit man tatsächlich das extra angeforderte (registrierte) Taxi nimmt und nicht im falschen landet. Manchmal gibt es auch einen Code, der mit dem Taxifahrer abgeglichen werden muss. Der Taxifahrer geht sicher, dass er den richtigen Passagier hat und auch der Passagier hat die Sicherheit im richtigen Taxi zu sitzen. Taxifahren war früher tatsächlich recht gefährlich, nicht selten wurden Taxen entführt und die Sicherheitsvorkehrungen sind auch heute noch dementsprechend hoch.

Warum haben die Taxen überall ihr Kennzeichen eingeritzt?

Die Nummern bzw. die Kennzeichen der Taxen sind überall außen am Auto angebracht, aber auch von innen oftmals noch in die Armaturen oder in die Türverkleidungen geritzt. Warum? Nun, auch das hat sicherheitsrelevante Gründe. Zum einen kann man so jederzeit seinen Angehörigen mitteilen, in welchem Taxi man konkret sitzt, sodass diese entsprechend reagieren können, wenn man nicht am Ziel ankommen sollte. Zum anderen schützt es vor „Taxifahrern auf Abwegen“: es kommt vor, dass Taxifahrer ihre Fahrgäste bestehlen und auf offener Straße aussetzen und so gibt es zumindest eine kleine Chance, hinterher den Schuldigen zu finden. Tatsächlich vermittelt es mir ein sicheres Gefühl, wenn ich in einem „numerierten“ Taxi sitze.

Mein persönlicher Trick 17

Ich gebe zu, ich fahre ungern mit dem Taxi. Einerseits weil mein Spanisch noch nicht ausreichen würde, um ggf. mit dem Fahrer zu verhandeln und andererseits weil die Menschen hier einen sehr riskanten Fahrstil pflegen. Mit 80km/h durch die 50er Zone? Und dabei sowohl rechts als auch links überholen und hier und da einem Motorrad ausweichen – kein Problem für die hiesigen Fahrer, für mich jedes Mal ein „Erlebnis“.

Wenn wir aber trotzdem mal tagsüber ein Taxi von der Straße nehmen, wenden wir – sofern möglich – Trick 17 an: wir nehmen einfach ein Taxi, aus dem gerade jemand ausgestiegen ist (der ja offensichtlich bei bester Gesundheit ist).

Und was kostet so eine Taxifahrt?

Der Basispreis für eine Taxifahrt beträgt (Stand 2019) ab 5.500 COP (ca. 1,60 Euro).

Vom internationalen Flughafen Jose Maria Cordova kostet es ca 70.000 COP (ca. 20 Euro) und die Fahrt dauert etwas weniger als eine Stunde. Dies ist ein Festpreis und nicht weiter verhandelbar. Die Festpreise werden jährlich angepasst. Am besten ist immer, man fragt vor der Fahrt einen der vielen Security-Menschen am Flughafen nach dem aktuellen Preis.

Am Flughafen gibt es auch Sammeltaxen, die man sich mit weiteren Reisenden teilen kann und die demzufolge etwas günstiger sind (Colectivo, ca. 15.000 COP pro Person – je nach Auslastung des Colectivos). Die Colectivos fahren dann nur bis zur Station San Diego Mall, ab dort geht’s dann individuell mit dem Taxi zum eigentlichen Zielort weiter.

Taxifahren in Medellín

Versucht möglichst kleine Scheine dabei zu haben. Einige Taxifahrer versuchen nämlich gerne einen höheren Fahrpreis zu erzielen, indem sie vorgeben, dass sie nicht wechseln können.

Bitte beachtet, dass UBER in Kolumbien streng genommen nicht erlaubt ist. Trotzdem nutzt es irgendwie jeder. Erfahrungsberichte zeigen aber, dass insbesondere am Flughafen streng kontrolliert wird und die UBER-Fahrer hart bestraft werden. Und auch mit den Fahrgästen wird man in solchen Fällen vermutlich nicht gerade zimperlich umgehen: Nehmt euch also lieber ein Taxi oder Colectivo und ihr seid auf der sicheren Seite.

Achtung, bitte die Türen vorsichtig schließen

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum die Kolumbianer so (über?) empfindlich sind, was die Autotüren angeht. Klar, so ein Taxi soll möglichst lange halten, da es für viele die Lebensgrundlage ist. Ein bisschen übertrieben finde ich die bösen Blicke, die man zugeworfen bekommt, wenn man schwungvoll die Tür schließt, aber schon. Sei’s drum, hinterlasst einen guten Eindruck und seid vorsichtig mit den Türen – die Taxifahrer werden euch lieben!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.